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Einmal blond und blauäugig bitte…
Geschrieben von Lukas | Abgelegt unter allgemeines, blogfüllendes
Wer kennt sie nicht? Diese verregneten Montag, die zu allem Überfluss auch noch mit zwei einschläfernden Stunden Ethik beginnen. Ich kenne sie zumindest ganz gut.
So saß ich auch am Montag müde auf meinem Platz und lauschte (wie immer :-P) ganz aufmerksam den Ausführungen unserer Lehrerin. Die massive Faust der Müdigkeit wollte mich schon niederschlagen, als doch noch ein interessantes Thema aufkam. Es ging um embryonale Genoptimierung.
Kennt ihr nicht?? Macht nichts, erklär ich euch:
Unter embryonaler Genoptimierung versteht man die pränatale (das heißt vor der Geburt) Veränderung des Erbguts eines Kindes. Das heißt im Klartext, wenn man Eltern hat, die nicht wollen, dass ihr Kind vielleicht irgendwann in sechzig Jahren Krebs bekommt oder mit einer Behinderung auf die Welt kommt, können sie zum Quaksalber ihres Vertrauens gehen und der pfuscht profesionell und hochbezahlt am Gencode des Kindes rum, um es vielleicht besser, schöner, schneller und gesunder zu machen. Kind gesund, Eltern glücklich und Rente gesichert, was möchte man als Arzt mehr?
Theoretisch sind den Vorstellungen besorgter Erziehungsberechtigter keine Grenzen gesetzt. Wenn also die liebe Mama denkt, dass es besser wäre, wenn der Papa nicht merkt, dass sie ihn mit dem Milchmann betrogen hat, geht sie zum Arzt und der bastelt ihr dann den kleinen Papa zusammen. Frei dem Motto: Einmal blond und blauäugig bitte!
Befasst man sich genauer mit dem Thema wird man feststellen, dass die Problematik hier noch nicht aufhört. Das Kind hat unter Identitätsproblemen zu leiden, wenn es erfährt, dass man bereits vor der Geburt in sein Leben eingegriffen hat. Außerdem machen meiner Meinung nach die vielen kleinen Fehler die Menschen erst menschlich. Wer also behauptet, es sei gut, wenn irgendwann nur noch gleichaussehende Optimierte Supermenschen durch die Straßen marschieren sollte sich die Problematik mal genauer anschauen. Das sind zwar nicht die einzigen Argumente, die man hier anbringen kann, doch es ist schon etwas spät und mir fehlt heute die Muse und der Wortwitz (sollte er überhaupt vorhanden sein) um noch etwas mehr zu schreiben.
An dieser Stelle möchte ich mich übrigens einmal entschuldigen, dass wir solange nichts von uns haben hören lassen, doch in den nächsten Wochen kommen wir hoffentlich wieder vermehrt zum Schreiben.
Bis dahin, lass ich mir meinen Wortwitz optimieren!



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